Infinity Vorstellung Teil 5

Infinity Systemvorstellung Teil 5

Im heutigen Teil schauen wir uns mal ein paar grundsätzliche Regeln zum Zusammenbau einer funktionierenden Armeeliste an. Auch wenn ich Infinity als ein sehr ausbalanciertes Spiel bezeichnen möchte, bei dem es mehr auf den Spieler und den Umgang mit seinen Miniaturen ankommt, als auf seine Armeeliste, so gibt es doch ein paar Punkte die man beachten sollte.

Wie bei jedem anderen Tabletopspiel auch, einigt man sich vorher auf eine gewisse Punktzahl.

Für Anfänger würde ich Spiele zwischen 100 und 150 Punkte empfehlen, das sind meistens 4-6 Miniaturen ohne viel “Spezial-Spielzeug”.  Die meisten Infinity-Starterboxen liegen im Punktebereich 100-170 Punkte und enthalten 6 Miniaturen, sind also der perfekte Einstieg und mit 26,60 € im KuTaMi-Webshop ein günstiger Einstieg in das Spiel. Jedes Starterset enthält 3 Leichte Infanteristen ohne schwere Waffen, eine Schwere Infanterie, ein auf Nahkampf ausgelegtes Modell und eine mittlere Infanterie als Spezialisten(Hacker, Sniper, Luftlandetruppe, etc.)

Das Punkteniveau für normale Spiele liegt bei 200-300 Punkten, wobei Turniere meist mit 250 oder manchmal auch 300 Punkten gespielt werden. Die aktuelle laufenden Turniere zur Qualifikation bei der Deutschen Meisterschaft werden mit 250 Punkten gespielt.

Neben dem Punktelimit, welches zu beachten ist gibt es noch einen weiteren Wert bei Infinity, die UWK, in lang: Unterstützungswaffenkosten. Damit die schweren Waffen auch zwischen den Listen ausbalanciert sind, gibt es pro angefangener 50 Pkt einen UWK. Bei 250 Punkten wären es dementsprechend 5 UWK.
UWK sind nötig um schwere Waffen wie Schwere Maschinengewehre, Scharfschützengewehre, Granatwerfer, Hackermodule, etc. in die Liste zu packen.

Während man bei 40k gerne mal 5-10 Punkte über dem Punktelimit liegen kann, ohne Probleme zu kriegen, sollte man bei Infinity nicht über den festgelegten Wert kommen, drunter geht immer. Da die Miniaturen deutlich billiger sind,  können 5 Punkte über dem Limit schon eine Miniatur mehr bedeuten, was in Infinity einen riesigen Unterschied macht.

1. Befehle, Befehle, Befehle

Achtet darauf, dass ihr genug Befehle habt. Es bringt kaum etwas, wenn ihr 4 Hightech-Monster auf dem Feld habt, mit 5 Befehlen aber nicht vorwärts kommt. Euer Gegner mit 11 Befehlen läuft einen Bogen um eure Miniaturen und schießt Allen in den Rücken und Ihr könnt nichts dagegen machen.
Ich persönlich würde in einem Spiel auf normalem Niveau (200-250 Pkt) niemals unter 8 Befehle gehen.(Ausnahmen bestätigen bekanntermaßen die Regeln. Es wird also Spieler geben die mit weniger Befehlen auskommen, als Anfänger ist dies aber nicht zu empfehlen) Ihr braucht die Befehle um Handlungsfähig zu sein. Ihr müsst immer davon ausgehen, dass Euer Gegner seine Kampfgruppe mit 10 Modellen voll macht, das sind 11 Befehle und dazu kommen noch impulsive Befehle.

Über Impulsive Befehle habe ich ja schon ein kurzes Wort verloren.
Sie sind ein zweischneidiges Schwert, können aber auch extrem hilfreich sein. Eine richtig gespielte, impulsive Miniatur kann mehr als Gold wert sein. Bedenkt, dass der Impulsive Befehl zum normalen Befehl der Miniatur hinzugerechnet wird, also einem Bonusbefehl gleicht.
Wenn bei 10 Modellen, 3 Modelle impulsiv sind, habt ihr effektiv 14 Befehle in der ersten Runde. Das ist eine ganze Menge und darf nicht ohne weiteres unterschätzt werden. Impulsive Modelle müssen aber mit viel Fingerspitzengefühl gespielt werden und brauchen einiges an Spielerfahrung, bis sie ihr volles Potential ausschöpfen können.

Auch wenn Linientruppen billig sind, darf man nicht vergessen, dass sie alles Andere als die Elite darstellen. Sie haben durchschnittliche Werte und fallen eher wie die Fliegen, wenn sie mal beschossen werden. Deshalb sollte man einen guten Mix an Befehlsgebenden Truppen und Spezialisierten Truppen in einer Liste haben. Man könnte jetzt Verhältnisse wie 50/50 oder 40/60 benennen, allerdings muss ich sagen, dass dies in keinster Weise bei Infinity funktioniert. Sofern man genug Befehle dabei hat und die UWK ausgeschöpft sind, kann man mit der Liste gegen fast jeden Gegner ankommen.

2. UWK for the WIN!

Da die Anzahl der UWK indirekt die Anzahl der genutzten schweren Waffen darstellt (nicht direkt, da die UWK-Kosten von verschiedenen Faktoren abhängen), sollte man schauen die UWK-Punkte auf das Maximum zu bringen. So stellt man sicher, dass man genug Unterstützungswaffen dabei hat und nicht mit einem Messer zur Schießerei erscheint.

Unterstützungswaffen sind wichtig um schwere Ziele auszuschalten, namentlich Schwere Infanterie und TAGs.( Mit einem Kombigewehr steht man gegen diese Gegner oftmals auf verlorenem Posten, wenn man nicht mal eben 3 Crits aus dem Handgelenk wirft.) Da Unterstützungswaffen oft eine hohe Stärke und Salve haben, sind die Chancen gegen solche Ziele besser.

Aber nicht nur gegen schwere Ziele sind Unterstützungswaffen wichtig, denn diese Waffen sind eine Möglichkeit Gebietskontrolle(Area Control) auszuüben. Eine Totale-Reaktion Drohne mit Sicht auf einen bestimmten Bereich wird viele Gegner abhalten genau dort entlang zu kommen, denn das Bedrohungspotential der Drohne ist viel zu groß. Stattdessen wird er sich einen anderen Weg suchen, der für deinen nächsten aktiven Zug günstiger ist. So geht man also sicher, den Gegner genau dort zu haben, wo man ihn auch haben möchte.

3. Breites Spektrum

Zu guter Letzt sollte man darauf achten, ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten zu haben. Neben den Linientruppen für Befehle, sollte man darauf achten genug Waffen gegen schwere Ziele zu haben. Desweiteren sollte man Scharfschützen nicht vergessen, denn diese sind gut gegen High-Priority-Ziele (auch wieder HI, TAGs und der potentielle Leutnant des Gegners). Infiltratoren können schon vor Spielbeginn Druck auf den Gegner ausüben, denn man bringt diese Miniaturen meist direkt in optimale Waffenreichweite. Getarnte Truppen, sowie Truppen in verdeckter Aufstellung/Luftlandetruppen üben einen nicht zu unterschätzenden psychologischen Druck auf den Gegner auf, denn er weiß nicht was auf ihn zu kommt. Wenn man sogar mehrere getarnte Truppen dabei hat, kommt der Gegner schnell ins Schwitzen.

Auch darf man den Cyberkrieg nicht vergessen. Hacker spielen eine Schlüsselrolle in Infinity, denn sie können oftmals ohne Sichtlinie und ohne große Gegenwehr die wichtigen Ziele durch hacken ausschalten (HI, TAG, REM). Da sie defensiv hacken können, wird der Wurf für den Gegner zu einem vergleichenden Wurf, was immer besser ist als einem einfachen Wurf ausgeliefert sein zu müssen. Außerdem sind Hacker wichtig, denn sie schalten die Drohnen frei. Ohne einen Hacker darf man keine Drohnen aufstellen (außer man hat einen TAG dabei, dann geht das auch ohne Hacker. Allerdings würde ich zur Unterstützung des TAGs auch immer einen Hacker dabei haben…also kommt es auf das selbe Ergebnis hinaus)

Auch wichtig sind direkte Schablonenwaffen (Chain Rifle, Flammenwerfer, Nanopulsar), denn mit ihnen kann man die negativen Auswirkungen von Tarnung und optischen Störfeldern umgehen. Eine Chain Rifle über einem Myrmidonen mit ODD (das gibt normalerweise -6 auf den BF beim Schießen), kann Gold wert sein. Denn wenn die Schablone gelegt werden kann ist es ein automatischer Treffer für den man nicht mehr würfeln braucht. Im Gegenzug kann der Gegner natürlich schießen, was für ihn ein einfacher Wurf ist. Die Wunde hat er zu diesem Zeitpunkt aber trotzdem schon.
Gegen Link-Teams und kleinere Ansammlungen von Modellen sind Schablonenwaffen auch ein gutes Mittel.

4. Der Army Builder

Corvus Belli setzt Maßstäbe, was Spielkomfort anbelangt. Nicht nur, dass die Armeelisten und Regeln kostenlos sind, sie unterstützen auch Fanprojekte die dem Spieler helfen. So auch den Army Builder der vom spanischen Devil Team programmiert wurde.
Dies ist ein Flash-Programm mit welchem ihr ohne große Probleme Armeelisten zusammenklicken könnt, das Punkte und UWK für Euch zusammenrechnet und nachher sogar kontrolliert ob die Armeeliste legal ist.

Mit einem weiteren Klick spuckt das Programm Euch eine Armeeliste mit den Profilen für jede Miniatur und den eingesetzten Waffen für euch aus. Ihr bräuchtet noch nicht mal ein Regelwerk mitnehmen, denn auf der Armeeliste steht fast alles Nötige drauf. Im Programm könnt ihr auf die Waffen, Spezialfertigkeiten und Ausrüstungsoptionen klicken und landet automatisch auf der Seite des Infinity-Wiki, auf der alles erklärt wird.

Der Army Builder ist das perfekte Tool zum Listenerstellen und in der Community das gängige Mittel.

Zu finden ist er unter: http://infinitythegame.com/dt_army/

 

Zu guter Letzt möchte ich noch ein generellen Punkt anbringen, der nichts mit den ganzen Regeln zu tun hat: In Infinity kommt es Größtenteils darauf an die Figuren zu spielen, die einem gefallen.

Dadurch, dass das Spiel so gut ausbalanciert ist, hat jede Figur (richtig eingesetzt) ihre Daseinsberechtigung. Echte Kodexleichen” gibt es bei Infinity nicht. Im Endeffekt kommt es immer auf den Spieler an und wie er seine Figuren taktisch einsetzt.

Bevor ihr euch an eine “effektive Liste” setzt, schaut euch das breite Spektrum an Miniaturen Wurer bevorzugten Fraktion an und schreibt Wuch die Einheiten raus die Euch am Meisten gefallen. Wenn ihr dann 3-4 Miniaturen habt, die ihr unbedingt haben wollt, setzt euch an den Army-Builder vom Devil Team und ergänzt die Liste mit dem Rest was euch fehlt! (Punkte 1-3)

In eigenem Interesse:

Ich hoffe ich konnte mit der Systemvorstellung zu Infinity einen guten Einblick in das Spiel geben und was es so besonders macht. Neben den hübschen Bildern hoffe ich, dass der Text informativ war und nicht zu lang.

Wenn ihr Fragen und besondere Themenwünsche habt, schreibt einfach in die Kommentare worüber ihr gerne mehr Infos hättet, ich werde dann einen entsprechenden Artikel verfassen und es hoffentlich erklären können.

Über Hunter2k3

Ich bin seit 2010 begeisterter Hobbyist und habe mich seit Anfang an mit den Gerüchten beschäftigt. Mittlerweile kenne ich zu viele Gerüchteseiten und schaue eigentlich täglich ob es etwas Neues gibt. Jetzt möchte ich Euch daran teilhaben lassen, für Diejenigen unter Euch die nicht die Zeit oder Lust haben alle möglichen Seiten abzuklappern.